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Flucht und Integration

Was bedeutet es, wenn Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden?

"Arbeit verleiht Würde" sagt Papst Franziskus. Durch Arbeit bekommen wir ein Selbstwertgefühl und auch Wertschätzung. Durch Arbeit entstehen soziale Kontakte. Traumatische Erlebnisse der Flüchtlinge werden durch eine Arbeit besser genesen.

Auch für die Gesellschaft hat die Integration von Flüchtlingen in eine Arbeit sehr positive Effekte: Der soziale Zusammenhalt wird gestärkt. Soziale Unterstützung fehlt weg und sie zahlen in unsere sozialen Sicherungssysteme ein. Letztlich könnte dies auch einen Teil der demografischen Probleme lösen. Ebenso könnte der Fachkräftemangel reduziert werden.

Realität ist aber, dass die meisten Asylsuchende und Flüchtlinge ohne Arbeit sind. Aber was macht die Integration bei uns in Deutschland schwierig?

Zum einen die persönlichen Gegebenheiten der Flüchtlinge: Mangelnde Sprachkenntnisse, Traumatische Erlebnisse (Krieg-, Flucht-, Unterdrückungserfahrungen), kulturelle Unterschiede, keine Berufsausbildung oder Berufsabschlüsse, die nicht anerkannt werden. Auch sind die Flüchtlinge in keine sozialen Beziehungsnetze eingebunden, was es nicht einfacher macht.

Zum anderen sind die Hürden in den Deutschland sehr hoch: Die ersten drei, bzw. sechs Monate dürfen Asylbewerber und Geduldete überhaupt keine Beschäftigung aufnehmen. Asylbewerber haben auch die "Residenzpflicht" und müssen an ihrem zugewiesenen Ort sein. All dies hemmt die Eigeninitiative. Zudem kommt ein hoher Bürokratismus, der den Weg in eine Arbeit schwierig macht.

Von Sierra Leone auf den Kapellplatz

Im Sommer sitzen vor den Fenstern des KAB Büros am Kapellplatz in Altötting Wallfahrer aus ganz Bayern und genießen einen Cappuccino oder Speisen aus traditionell bayrischer Küche. Bedient werden Sie unter anderem von Ibrahim. Er ist mit 15 Jahren aus Sierra Leone geflohen: „Für besseres Leben“, wie er sagt. Die Lebensumstände dort waren für ihn sehr schwierig.

In Europa kommt er 2012 zunächst in Frankreich an und will eigentlich nach London. Sein Weg führt dann aber weiter von Lübeck über München nach Waldwinkel (Aschau am Inn) in eine Gruppe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF). Es ist eine Einrichtung der Salesianer Don Boscos. Er ist hier gut betreut von Erziehern und Sozialpädagogen und besucht Deutschkurse. Hier macht er ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und kann verschiedene Praktikas in unterschiedlichen Betrieben machen. So lernt er verschiedene Berufe, wie Mediengestalter oder Bürokaufmann kennen. Im September 2013 beginnt er dann die zweijährige Ausbildung zur „Fachkraft im Gastgewerbe“ im Hotel Don Bosco in Waldwinkel.

Wenn man den jungen sympathischen und freundlichen Mann fragt, was ihm auf seinem Weg geholfen hat, so sind es zum einen die Betreuer in Waldwinkel und auch das BVJ. Schwierig hingegen war für in Deutsch zu lernen und das frühe Aufstehen.

Ungewiss waren für ihn immer die Aufenthaltsbescheide und die damit verbundene Frage, ob er in Deutschland bleiben darf. Hier konnte ihm zum Teil ein Anwalt helfen.

Seit Juni 2015 hat Ibrahim nun einen Arbeitsplatz im Hotel und Restaurant Münchner Hof in Altötting. Seine eigne eigene Wohnung hat er in Neuötting. Momentan macht er den Führerschein um mobil zu sein. Er fühlt sich hier wohl und ist dankbar für seine Arbeitsstelle: „Ich bin sehr glücklich im Team“

Eines bleibt ungewiss: Sein letzter Aufenthaltsbescheid ist im November 2015 erteilt worden und für ein Jahr gültig. Nun gilt es von Jahr zu Jahr hoffen auf einen endgültigen Aufenthaltsbescheid.

 

 

Unsere Nachrichten zum Thema "Flucht und Integration"

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Sozialforum

Am 31. März 2016 fand das von der KAB organisierte Burghauser Sozialforum zum Thema Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt statt. Auf dem Podium diskutierten: Robert Günthner (DGB Bayern, München), Barbara Kraller (Wacker Betriebsrat, Burghausen), Helmut Maginot( Ehrenamtlicher im Asylhelferkreis, Burgkirchen), Evelyn Maierhofer (Maierhofer Dach– und Fassadensysteme, Neuötting), Jörg Seidl (Bundesagentur für Arbeit Altötting), Sabine Wegsel-Hahn (Ehrenamtliche im Arbeitskreis Asyl, Burghausen). Moderiert wird die Veranstaltung von Angelika Görmiller. Beginn ist um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Burghausen.

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