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05.02.2019

„Bayerisches Bündniss gegen Frauenaltersarmut"

KAB Landesvorsitzende Erna Katrein Groll und KAB Landespräses Franz Schollerer schreiben an die Fraktionsvorsitzenden im bayerischen Landtag

"Wir sehen mit großer Sorge, dass allein in München rund 60.000 Seniorinnen und Senioren von Armut betroffen sind. Bayernweit sind rund 450.000 Menschen armutsgefährdet, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind. Als KAB Bayern sehen wir neben allen, bereits im Schreiben des Bündnisses ausgeführten Problemstellungen, besonders die prekären Arbeitsverhältnisse als Armutsrisiko. Gerade Frauen arbeiten häufig in schlecht bezahlten Berufen. Die sogenannten „Frauenberufe“ wie Pflege-, Sozial- und Erziehungsberufe sind hier genauso zu nennen, wie Berufe im Haushalt und mehr. Leih- und Zeitarbeitsplätze sowie viele Teilzeitberufe können nicht ausreichend die Altersvorsorge der Frauen sichern. Dazu kommen noch die Einkommenseinbußen durch die Brüche in der Erwerbsbiographie in der Familienphase und durch die Pflege der eigenen Angehörigen. Frauen zahlen einen hohen Preis dafür, dass sie Kinder erziehen, Angehörige pflegen und die Hausarbeit verrichten. Sie leisten täglich 52 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Armut muss in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geholt werden. Wir können nicht zuschauen, wie in einem Land, das so reich ist, Menschen in Armut leben müssen. Die Armutsrisiken müssen eingedämmt werden und die Anstrengungen für den Ausbau von gut bezahlten, familienfreundlicher Arbeit müssen deutlich verstärkt werden. Wir fordern Sie auf, alle Ihnen zur Verfügung stehenden politischen Maßnahmen zu ergreifen, Frauen vor Armut zu schützen und die bereits bestehende Altersarmut von Frauen zu begrenzen mit geeigneten politischen Strategien, wie z. B. für

  • die Gleichstellung aller Mütter bei der Rentenanrechnung
  • die Anrechnung von Pflegeleistungen nach Renteneintritt der Pflegeperson
  • die Gleichstellung von Sorgearbeit, wie Kindererziehung und Pflege in der Rentenbewertung
  • die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Einkommens in den sozialen Berufen, Pflege und Betreuung
  • die Familienfreundlichkeit im Beruf und im öffentlichen Leben
  • den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder

Alle Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Würde und den Schutz vor Armut und Ausgrenzung. Armutsbekämpfung darf sich nicht in erster Linie auf die Sozialhilfe oder Grundsicherung konzentrieren.

 

Hier der Wortlaut der Resolution

"Ein starkes und großes Bündnis aus bayerischen Organisationen (Bayerischer
Landesfrauenrat, DGB Bayern, Evangelische Frauen in Bayern, Katholischer
Deutscher Frauenbund in Bayern, der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bayern, der Sozialverband VdK in Bayern, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter in Bayern, Evangelische (afa) und Katholische (KAB), Arbeitnehmerverbände in Bayern und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft in Bayern) hat sich im Juli 2017 gegründet, um den Kampf gegen die Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen, zu intensivieren. Altersarmut gehört zu den drängendsten sozialen Problemen unserer Zeit. Die Armutsgefährdungsquote ist in Bayern mittlerweile auf 21,9 % gestiegen. Noch höher ist die Armutsgefährdung bei den älteren Frauen. Fast jede vierte Frau ab 65 ist in Bayern von Armut bedroht. Um Altersarmut, insbesondere von Frauen, zu verhindern, braucht es dringend eine Aufwertung derjenigen Berufe, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, insbesondere in Gesundheits-, Sozial- und Dienstleistungsberufen.


Ein weiterer wichtiger Punkt ist ausreichend bezahlbarer Wohnraum, gerade für Menschen mit unterem Einkommen und für Menschen, die bereits von Altersarmut betroffen sind. Dringend notwendig ist auch die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine Qualitätsoffensive für Kitas. Dazu braucht es ausreichend und gut qualifiziertes Personal, mehr verfügbare Betreuungsplätze sowie perspektivisch deren Kostenfreiheit.


Wir bitten Sie, das Thema „Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen“ zentral auf Ihre Agenda zu nehmen. Unser Bündnis sieht auch mit Sorge, dass der Frauenanteil im Bayerischen Landtag auf den niedrigsten Stand seit der Legislaturperiode 1998 bis 2003 gesunken ist. Nur etwas mehr als ein Viertel der Abgeordneten sind Frauen. Dies darf aber nicht dazu führen, dass Frauenund Gleichstellungspolitik in Bayern noch mehr aus dem Blickwinkel geraten. Ein positives Zeichen in Richtung Geschlechtergerechtigkeit wäre es beispielsweise, die Positionen der MinisterInnen und StaatssekretärInnen paritätisch zu besetzen."

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