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13.07.2018

KAB-Diözesantag in Freyung: "Arbeit. Macht. Sinn"

Eine neue Diözesanleitung ist gewählt! Alle vier Jahre treffen sich Delegierte der Katholischen Arbeitnehmerbewegung(KAB) aus den 63 Ortsverbänden der Diözese Passau. Dann wird gemeinsam diskutiert, was die künftigen Aufgaben der vom Sozialbischof Wilhelm Emanuel von Ketteler(1811-1877) begründeten Organisation sein sollen und wer sich drum kümmert.

In diesem Jahr fand die zweitägige Veranstaltung in Freyung unter dem Motto „Arbeit. Macht. Sinn.“ statt. Gekommen waren neben den rund 100 Delegierten auch die KAB-Bundesvorsitzende Maria Etl und eine ganze Reihe von Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Neben dem frisch gebackenen Bayerische Kultusminister Bernhard Sibler und dem ehemaligen Bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, beispielsweise auch der niederbayerische DGB-Geschäftsführer Andreas Schmal und nicht zuletzt Freyungs Bürgermeister und Präsident des Niederbayerischen Bezirkstags, Dr. Olaf Heinrich der am Sonntag auch die Festrede hielt. Obwohl der langjährige Diözesanvorsitzende Jürgen Peukert von der KAB Burgkirchen nicht mehr für das Amt kandidierte, ist das „Oberland“ wieder stark in der Diözesanleitung vertreten: Schatzmeisterin ist in den kommenden vier JahrenTheresia Wimmer aus Reischach, Helga Haderer aus Emmerting wurde stellvertretende Vorsitzende sowie Toni Ebner aus Reischach der paritätische Stellvertreter, Rosina May  aus Erlbach, Maria Blumberger aus Burgkirchen und Anna Gruber aus Zeilarn sind nun Beirätinnen. Aufgabe für die neue Diözesanleitung soll es sein, den Ortsguppen dabei zu helfen, wieder junge Arbeitnehmer und deren Familien für die KAB zu begeistern.

Neben den Wahlen wurde auch inhaltlich gearbeitet: während in Arbeitsgruppen darüber diskutiert wurde, wie die KAB den Bedürfnissen der jungen Arbeitnehmer in ihrem digitalisierten Arbeitsumfeld besser begegnen kann, tauschte man sich am Rande auch über gute Konzepte der Mitgliedergewinnung aus. „Sehr wichtig sind unsere Angebote an junge Familien, wie Einkehrtage und Ausflüge“, erklärte der neue stv. Vorsitzende Andreas Buchinger vom OV Passau-Grubweg, wo auch im deutschlandweiten Vergleich in den letzten Jahren überproportional viele Mitglieder hinzugekommen sind. Bevor allerdings die fünf Arbeitsgruppen in Aktion traten, führte der Digitalisierungsexperte Welf Schröter vom DGB aus, was die Kernpunkte der durch die Digitalisierung veränderten Arbeitswelt sind. Schröter, der beispielsweise in vielen parlamentarischen Gremien als Fachmann mitgearbeitet hat, fokussierte darauf, wie das Privatleben der Arbeitnehmer in den vergangenen 20 Jahren durch E-Mail, Handy, Facebook etc. schier gläsern wurde. Diskussionen, ob man das Handy beispielsweise im Schlafzimmer ausschalten sollte, wurden schon in den 1990er-Jahren diskutiert. Dennoch, so Schröter, entfremde diese digitalisierte Arbeitswelt den Menschen immer mehr von seinem festen Arbeitsplatz: die Zahl der „Homeoffices“ expoldiert, freie Mitarbeiter aller Orten und ein kollegiales Arbeitsumfeld verliert zunehmend an Bedeutung. Dem Arbeitnehmer ist das im Prinzip selten recht, doch er findet oft nicht den richtigen Hebel, um seinen Arbeitseifer richtig zu kanalisieren.

Dies ist nicht nur eine Herausforderung für die hauptamtlichen Betriebsseelsorger im Dienste der KAB, oder die drei KAB-Sekretariate in Altötting, Freyung und Passau, sondern auch eine Pflicht für „jedes einzelne KAB-Mitglied, hier in seinem Umfeld auf unsere tollen sozialen Aktivitäten hinzuweisen“, so die Bundesvorsitzende Maria Etl. Denn neben Bildungsangeboten, wie Vorträgen, soll auch das Gesellige nicht zu kurz kommen: gemeinsame Ausflüge, Bergwanderungen, Radtouren, Einkehrtage – für Einzelpersonen oder auch für die ganze Familie; das sind die Erfolgsrezepte der Ortsverbände, die in den vergangenen Jahren die meisten überzeugten Mitglieder gewinnen konnten. Großen Anklang fand bei den Delegierten am Sonntag dann auch die Festrede von Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich, der auch Präsident des niederbayerischen Bezirkstages ist: rund eine Stunde lang legte der promovierte Geograph dar, dass sich die KAB mit ihrer klaren Position und dem Engagement gegen die maßlose Wachstumsgesellschaft, auf dem richtigen Weg befände. Besonders Zitate, wie „lieber eine Bayerwaldforelle, als den überzüchteten Pangasius“, brachten dem 39-Jährigen großen Beifall aus dem Publikum ein. Seine Position, dass Kapital nicht zum Selbstzweck existieren dürfe, und dass sich arm und reich nicht noch weiter auseinander entwickeln dürften, bekräftigte er mit Blick auf die Finanzkrise 2008 folgendermaßen: „Es darf nicht sein, dass Eliten aus Politik und Wirtschaft sogar noch für offensichtliches Missmanagement belohnt werden!“.  In der anschließenden Podiumsdiskussion, zu der sich neben Heinrich auch die KAB-Bundesvorsitzende Maria Etl, der DGB-Bezirksgeschäftsführer Andreas Schmal und der IT-Leiter Ferdinand Sommer vom Freizeitmobilherstellers Knaus-Tabbert gesellte, wurde diese Diskussion nochmals vertieft. Anhand des Schlagworts der „Post-Wachstumsgesellschaft“ gab Moderator Wolfgang Krinninger eine Richtung für das Podium vor, das die Teilnehmer gerne aufgriffen. So überraschte beispielsweise Dr. Heinrich mit der Aussage, dass er ein Freund der Idee des Car-Sharings sei und sogar der Vertreter aus der Fahrzeugindustrie, Ferdinand Sommer, lehnte die Idee keineswegs ab, sondern erklärte vielmehr, dass seine Abteilung momentan daran arbeite, ein internationales Netz aufzubauen, das auch flexibel buch- und greifbar sei. Maria Etl sagte in Bezug auf das Stichwort der „Post-Wachstumsgesellschaft“, dass auf jeden Fall nur das wachsen solle, was den/dem Menschen nütze. Der niederbayerische DGB-Geschäftsführer Andreas Schmal plädierte für mehr internationale Ordnungspolitik nach den Jahren des massiven Kapitalismus, ohne dabei Widerspruch von anderen Podiumsteilnehmern zu bekommen.

Bericht: Peter Becker

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Arbeit an inhaltlichen und personellen Fragen. Die rund 100 Delegierten aus der Diözese klärten unter Anderem Fragen zu den Herausforderungen an den Arbeitnehmer im digitalen Zeitalter und wie man seinen Sorgen und Nöten begegnen kann. (Bild von Peter Weise)

Beschwingt durch ein klares Wahlergebnis mit nur vereinzelten Enthaltungen bzw. Gegenstimmen , oft jedoch einstimmgen Ergebnissen der 92 Stimmberechtigten, präsentiert sich die neue Diözesanleitung wie folgt(jeweils von links): die paritätische Vorsitzende Angelika Görmiller und die neue Schatzmeisterin Theresia Wimmer. In der zweiten Reihe die stellvertretenden Vorsitzende Lidwina Krinninger, Beirätin Anna Gruber, die neue stv. Vorsitzende Helga Haderer, die Beirätinnen Rosina May und Maria Blumberger sowie Revisorin Renate Kurz. In der dritten Reihe der neue Schriftführer Peter Becker, der neue paritätische Vorsitzende Karl Zitzelsperger und Beirat Martin Haas. Hinten dann der stv. Vorsitzende Anton Ebner, Beirat Hans Just, Diözesanpräses Franz Schollerer, Beirat Josef Loibl, der neue sellvertretende Präses und Betriebsseelsorger Dieter Stuka und der neue stv. Vorsitzende Andreas Buchinger.

An der Podiumsdiskussion am Sonntag beteiligten sich(vl) unter Leitung von Wolfgang Krinninger der IT-Vorstand des Freizeitmobilherstellers Knaus Tabbert, Ferdinand Sommer, die KAB-Bundesvorsitzende Maria Etl, der Freyunger Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich und DGB-Bezirksgeschäftsführer Andreas Schmal teil

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