08.03.2021

KAB-Passau zum Weltfrauentag: Nach Corona, Frauen fordern Lösungen

Die KAB sieht Defizite bei Gleichberechtigung und fordert neue Modelle für Frauen und Familie

Arbeitskreis der KAB sieht Defizite bei Gleichberechtigung und fordert neue Modelle für Frauen und Familie

Der Arbeitskreis "Frauen" der KAB-Bayern hat sich schon im September 2020 per Videokonferenz mit den Beobachtungen und Erfahrungen der Teilnehmerinnen im Lockdown auseinandergesetzt. 

Angelika Görmiller, Sprecherin des AK Frauen, fasste dazu zusammen: 

  • Care-Arbeit (Erziehung und Pflege) leisten weitgehend die Frauen/Mütter. Dafür reduzieren sie Arbeitszeit, nehmen Urlaub. 
  • Mobiles Arbeiten von zu Hause aus kam den Frauen entgegen 
  • Gleichzeitig: Abgrenzung privat/privater Raum zu Arbeit/Arbeitsbereich ist vielfach nicht mehr gegeben 
  • Entgrenzung von Leistung und Zeit 

Was der AK Frauen fordert: 

  • Corona hat das Brennglas auf die Fakten gerichtet. Gleichberechtigung von Frauen und Männern war nie hergestellt. Staat und Gesellschaft haben dafür zu sorgen, dass der Anspruch nicht nur rechtlich umgesetzt wird. Dabei kommt es auf Quotenmodelle und verpflichtende Parität an. 
  • Familien und Frauen brauchen andere Arbeits- und Lebenszeitmodelle und deren Bezahlung
  • Frauen und Familien brauchen zielgerichtete - nicht nur finanzielle - Förderung zur Umsetzung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
  • Das Lohnniveau in den Care-Berufen hat die Systemrelevanz und die Belastungen in diesen Berufen abzuzeichnen. In den systemrelevanten Berufen arbeiten viele Menschen, besonders Frauen, geringfügig. 
  • Frauen arbeiten überwiegend in Teilzeit. Sie brauchen das Recht auf Rückkehr in Vollzeit. 
  • Digitalisierung und mobiles Arbeiten braucht einen Rahmen, der die Menschen schützt. 
  • Chancengleichheit: Zugang zu digitalen Medien entscheidet u. a. über Teilhabe und Bildungsmöglichkeiten
  • Corona hat gezeigt, dass Menschen "sich verlieren", wenn sie kaum oder keine soziale Kontakte haben. Arbeitswelt, aber auch Maßnahmen im Katastrophenschutz sind so anzulegen, dass dies möglich ist 
  • Übermäßig belastet wurden im Lockdown Alleinerziehende, Kranke und Behinderte. Das wussten wir vor Corona! Mehr Steuergerechtigkeit ist angebracht

Im März 2021 resümierte Frau Görmiller aus den in dem seit der Konferenz vergangenen Monaten, dass sich die Beobachtungen und Erfahrungen des Arbeitskreises aus dem September 2020 vollumfänglich bestätigt und in vielen Bereichen zugespitzt haben.

Gerade in der Corona-Krise wurden viele Lasten vor allem überwiegend den Frauen aufgebürdert, vor allem wenn es die sog. "Care-Arbeit" betraf. Auch wenn die Möglichkeit zur Heimarbeit in vielen Bereichen einerseits den Frauen entgegen kommt, sorgt sie auch dafür das gerade die Frauen weitere familiäre Aufgaben wie die Heimbeschulung der Kinder, Pflege von Angehörigen, einen größeren Teil der Hausarbeit, übernehmen, wohlgemerkt zu ihren beruflichen Aufgaben.

Im Zuge dessen unterstreicht Frau Görmiller die durch den AK Frauen der KAB aufgestellten Forderungen und ruft Frauen wie Männer zur Unterstützung dieser auf.

 

 

 

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