Rund 1500 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden – ein Schritt, der insbesondere den Stammsitz in Burghausen und damit die gesamte Region betreffen könnte. „Es grummelt gewaltig in der Region“, stellen Jasmin Geltinger, KAB- und DGB-Kreisvorsitzende von Altötting, sowie KAB-Kreisvorsitzender Martin Antwerpen fest.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das diesjährige Burghauser Sozialforum der Frage, welche Folgen der Strukturwandel für Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen vor Ort haben wird. Unter dem Titel „Wenn die Chemie hustet, krankt die ganze Region?!“ lädt das Organisationsteam am 21. April um 18.30 Uhr in den Bürgersaal Burghausen ein.
Zahlreiche Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie prägen das wirtschaftliche Leben der Region seit vielen Jahrzehnten. Im sogenannten bayerischen Chemiedreieck – mit Teilen des Landkreise Altötting, Mühldorf am Inn und Traunstein mit den wichtigsten Städten Burghausen, Burgkirchen, Trostberg und Waldkraiburg – arbeiten tausende Menschen in der Branche. Ein großer Teil der Beschäftigten pendelt zudem aus dem benachbarten Innviertel in Österreich ein. Die Region hat dadurch eine große Bedeutung für ganz Bayern und trägt erheblich zum Umsatz der gesamten Wirtschaft bei.
Viele Familien sind seit Generationen mit dem Unternehmen verbunden. „Wir sind Wackerianer – und damit ist das unsere Familie“, beschreibt das Organisationsteam die enge Bindung vieler Beschäftigter an den Konzern. Die Zukunftsperspektiven werden jedoch zunehmend mit Sorge betrachtet. Neben dem geplanten Stellenabbau bei Wacker hat bereits die Schließung des PFAS-Produzenten Dyneon in Gendorf zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten geführt. Wann Wacker Details zum Stellenabbau bekannt geben kann, hängt vom Fortgang der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab, die derzeit laufen. Gewerkschaften und Betriebsräte fordern einen sozialverträglichen Stellenabbau.
Die möglichen Folgen reichen weit über die Unternehmen hinaus. Steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Kaufkraft und geringere Gewerbesteuereinnahmen könnten die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region beeinträchtigen. „Die sozialen Strukturen sind im Wandel, Unsicherheiten und Zukunftsängste machen sich breit“, erklärt die KAB-Diözesansekretärin von Altötting Monika Wagmann und Hauptverantwortliche des Organisationsteams.
Das Sozialforum möchte deshalb Raum für Austausch und Diskussion bieten. „Wir wollen hinter die aktuellen Entwicklungen blicken und gemeinsam überlegen, welche Aufgaben jetzt auf uns zukommen. Gewerkschaften, Wirtschaft, Politik und auch die Kirche sind gefordert“, so Wagmann.
Als Podiumsgäste haben bislang zugesagt:
- Dr. Peter von Zumbusch, Werkleiter der Wacker Chemie AG in Burghausen
- Florian Schneider, Bürgermeister der Stadt Burghausen
- Günter Zellner, Bezirksleiter der IGBCE Altötting im Chemiedreieck
Die Moderation der Podiumsdiskussion übernimmt Angelika Görmiller, KAB-Diözesanvorsitzende. Eine große Diskussionsrunde soll sich anschließen, Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.
>>>Monika Wagmann