65 Jahre Bildungswerk – Aldersbach erleben: Zwischen Klostermauern, Braukunst und bayerischer Heimat

Ein besonderes Jubiläum verdient besondere Orte: Anlässlich seines 65-jährigen Bestehens begab sich das Bildungswerk auf eine eindrucksvolle Reise nach Aldersbach – ein Ort, der wie kaum ein anderer klösterliche Geschichte, barocke Kunst, Heimat und bayerische Lebensart vereint.

Schon beim Betreten der prachtvollen Asamkirche Maria Himmelfahrt wurde deutlich, warum dieses Bauwerk als Juwel des Barock gilt. Rund 400 Engel bevölkern das kunstvoll ausgestattete Gotteshaus, das als erste gemeinsame Schöpfung der berühmten Gebrüder Asam entstand. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten – allein der Aufbau des Gerüsts dauerte ein ganzes Jahr – erstrahlt die Kirche heute wieder in voller Pracht. Mit großem Aufwand und Kosten in Millionenhöhe wurde sie gereinigt und restauriert. Ein besonderes Detail durfte dabei natürlich nicht fehlen: das berühmte „Schweiberl“, dessen Anblick fast schon als inoffizieller Beweis gilt, wirklich in Aldersbach gewesen zu sein.

Im Anschluss führte der Weg in die traditionsreiche Brauerei Aldersbach, deren Geschichte bis ins Jahr 1268 zurückreicht. Hier dreht sich seit Jahrhunderten alles um eines: Bier. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in die Kunst des Bierbrauens – von den klassischen Zutaten Wasser, Gerste und Hopfen bis hin zur Bedeutung des Reinheitsgebots, das einst der „Panscherei“ ein Ende setzen sollte. Erst im Jahr 1857 kam die Hefe als vierte Zutat hinzu. Beeindruckend waren auch die modernen Gär- und Lagerkeller mit Edelstahlfässern, die bis zu 80.000 Liter fassen. Eine Zahl blieb besonders im Gedächtnis: Für einen Liter Bier werden etwa 25 Liter Wasser benötigt.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Bräustüberl und Bräuereimuseum Aldersbach, wo die enge Verbindung zwischen Bier, Wirtshaus und bayerischer Kultur lebendig vermittelt wurde. Die Sonderausstellung „Wirtshaussterben – Wirtshausleben“ regte zum Nachdenken an: Wirtshäuser sind weit mehr als Orte des Genusses – sie sind soziale Treffpunkte, Orte des Austauschs und nicht selten auch Bühnen politischer Diskussionen. Vom politischen Aschermittwoch bis zum Stammtisch im Bayerischer Rundfunk – die Wirtshauskultur prägt Bayern bis heute.

Den stimmungsvollen Abschluss bildete die Einkehr im urigen Bräustüberl. Bei mitgebrachter bayerischer Brotzeit und einem frisch gezapften Bier ließ die Gruppe den Tag gemütlich ausklingen. Begleitet von traditioneller Wirtshausmusik mit Volksliedern und Melodien wurde nicht nur gesungen und gelacht, die Musiker erklärten zudem die Traditionen und Gebräuchedahinter – hier wurde die Bedeutung dieser musikalischen Tradition und Heimat spürbar.

So wurde der Ausflug nach Aldersbach zu weit mehr als einer Besichtigung: Er war eine lebendige Begegnung mit Geschichte, Kultur und gelebter bayerischer Heimat – ganz im Sinne eines Jubiläums, das Vergangenheit würdigt, auf den Spuren der Heimat unterwegs ist  und Gemeinschaft feiert.Formularbeginn

 

 

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