Frauenforum Rottal-Inn startet mit starkem Signal für mehr politische Beteiligung

KAB bringt Mandatsträgerinnen und engagierte Frauen zusammen – Netzwerk soll Austausch, Unterstützung und mehr Sichtbarkeit in der Kommunalpolitik schaffen.

Die KAB Rottal-Inn  hat mit einer Auftaktveranstaltung im Mariandl das neue „Frauenforum Rottal-Inn“ ins Leben gerufen - unter der Organisation von der KAB Diözesansekretärin, Monika Wagmann und Larissa Hausberger, von der KAB Zeilarn, 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Zeilarn und stellvertret. Landrätin von Rottal-Inn. 

Eingeladen waren Mandatsträgerinnen aller demokratischen Parteien sowie kommunalpolitisch engagierte Frauen. Ziel des Forums ist die parteiübergreifende Vernetzung, Weiterbildung und gegenseitige Unterstützung von Frauen in der Politik.

Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen und Anliegen der Teilnehmerinnen. Die freie Journalistin Doris Kessler moderierte den Abend, den Impulsvortrag hielt Carola Jungwirth. Sie sprach über die weiterhin geringe Präsenz von Frauen in politischen Ämtern und Führungspositionen. Ursache seien weniger fehlende Kompetenz oder Interesse, sondern gesellschaftliche Strukturen, traditionelle Rollenbilder und die hohe Belastung durch Sorge- und Familienarbeit.

Jungwirth betonte zudem den „Preis der Sichtbarkeit“ für Frauen in Politik und Führung. Politikerinnen würden oft kritischer bewertet und stärker auf Äußerlichkeiten reduziert als Männer. Gleichzeitig bewegten sie sich zwischen widersprüchlichen Erwartungen: Einerseits sollten sie kooperativ auftreten, andererseits Durchsetzungsstärke zeigen. Dennoch sei weibliche Sichtbarkeit wichtig, weil jede engagierte Frau anderen den Weg erleichtere. Gleichstellung bedeute gleiche Teilhabe an Verantwortung, Macht und Sichtbarkeit.

In der Diskussion sprach sich Mia Goller für eine feste Frauenquote in politischen Gremien aus. Mehrere Teilnehmerinnen berichteten, dass sie oft auf männliche Förderer angewiesen gewesen seien, um politische Ämter zu erreichen. Außerdem wurde kritisiert, dass Frauen häufig bereits ehrenamtlich sichtbar sein müssten, während Männer oft allein durch eine Kandidatur politische Chancen erhielten.

Larissa Hausberger hob die Bedeutung von Vorbildern und Netzwerken hervor. Reserl Sem erinnerte daran, dass Frauen innerhalb der Parteien lange wenig Rückhalt gehabt hätten. Anja Gassner betonte, Frauen verfügten bereits über starke Netzwerke in Familie, Ehrenamt und Gesellschaft, müssten sich aber stärker als politische Gestalterinnen wahrnehmen. Weitere Teilnehmerinnen verwiesen auf fehlende weibliche Vorbilder, Teilzeitfallen und die schwierige Vereinbarkeit von Familie, Beruf und politischem Engagement.

Einigkeit bestand darüber, dass Frauen stärker ermutigt werden müssten, politische Verantwortung zu übernehmen. Das Frauenforum soll deshalb als langfristiges Netzwerk etabliert werden und künftig auch mit anderen Verbänden zusammenarbeiten.

Zum Abschluss betonte die KAB-Diözesansekretärin, Monika Wagmann, gemeinsame Positionen und Positionspapiere könnten eine deutlich stärkere politische Wirkung entfalten. Die Teilnehmerinnen vereinbarten, den Austausch fortzusetzen und zeitnah weitere Schritte zu planen.

 

 

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