Historische Orte und Kirchenschätze in Oberbayern – eine Studien- und Kulturfahrt mit Pfarrer Ludwig Samereier

Der KAB-Kreisverband Altötting nahm das Angebot des Kreispräses, eine Kulturfahrt zu organisieren, gerne an.

Am 6. Juni ging es um 7.30 Uhr am Hallenbad Altötting los. Erste Station war das Münster St. Kastulus in Moosburg an der Isar. Im Mittelpunkt steht hier der berühmte Schnitzaltar von Hans Leinberger. Auch andere Werke des Künstlers sind hier zu sehen. Pfarrer Samereier wusste viel über dessen Kunst und die Kirche zu berichten.

Weiter ging es nach Enghausen zur Kirche Auffindung des Hl. Kreuzes. Hier befindet sich das älteste Kreuz der Welt mit einem lebensgroßen Christus. Es wurde aus dem Münster in Moosburg hierher ausgelagert. Bei der Renovierung 2004 bis 2006 wurde festgestellt, dass das Kreuz 300 Jahre älter ist, als bisher vermutet. Es entstand bereits Ende des 9. Jahrhunderts. Schon der befriedete Platz um die Kirche hat etwas Mystisches. Vor dem Kreuz stehend wird man ganz demütig vom Anblick und dem Blick der Christusfigur. Die gut 70 Jahre alte Mesnerin, Therese Hösl, weiß über Ereignisse zu berichten, die dank dem Schutz des Kreuzes einen guten Verlauf nahmen. Der Zuhörer wird dabei ganz ergriffen. Eine Andacht schloss den Besuch ab.

Auf dem Weg von Enghausen nach Mauern kommt man an dem Denkmal von Gammelsdorf vorbei. Hier fand 1313 eine historische Schlacht zwischen dem Wittelsbacher Herzog Ludwig IV. und dem Habsburger Herzog Friedrich dem Schönen um die Vorherrschaft in Bayern statt. Die Wittelsbacher konnten den Sieg für sich verbuchen.

Gut gestärkt und etwas schläfrig ging es weiter nach Neumarkt St. Veit, zur altehrwürdigen Benediktinerkirche im ehemaligen Kloster. In der Säkularisation wurde das Kloster St. Veit im Jahr 1802 als erste bayerische Abtei von den Mönchen selbst dem Minister zur Aufhebung angeboten. Dies ist aus heutiger Sicht ein Glücksfall, da so die Klosterkirche erhalten blieb und zur Pfarrkirche für die Stadt umgewidmet wurde. Neben Pfarrer Samereier gab die Mesnerin Auskunft über Ausstattung und Wissenswertes. In der Sakristei konnte eine sehr kunstvolle Monstranz und einen besonderen Kelch besichtigt werden.

Nächstes Ziel war die Wallfahrtskirche Maria Einsiedel in Teising bei Neumarkt. Auf einer Wallfahrt erkrankte die Teisinger Schlossherrin Johanna Magensreiter in Zürich sehr schwer. Der Schlossherr Nicasius Magensreiter gelobte daraufhin, zuhause eine Nachbildung der Kapelle Maria-Einsiedeln (Schweiz) zu bauen, sollte sich der Gesundheitszustand seiner Frau bessern. Johanna wurde auf wunderbare Weise gesund und die Teisinger Kapelle im Jahr 1626 eingeweiht. Darin befindet sich ein Abbild der berühmten Schwarzen Madonna. Nachdem die Kirche in der Schweiz einem Brand zum Opfer fiel, wurde sie wieder aufgebaut, indem man sich nach der Kirche in Teising richtete.

Oberhalb der Wallfahrtskirche steht die Kapelle Jesu auf der Rast. Der runde Kirchenraum mit der Christusfigur lädt zum Verweilen ein. Alle sangen von Herzen das Kirchenlied mit, das Pfarrer Samereier anstimmte - ein gutes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Etwas abseits kann man die drei Kreuze vom Kalvarienberg auf sich wirken lassen.

Vor der Heimfahrt gab es noch eine Rast in der Gastwirtschaft Maier in Teising. Der Familienbetrieb lädt zum Wiederkommen ein.

Bei bestem Reisewetter hatten die 45 Teilnehmer einen beeindruckenden Tag erlebt, der um 20 Uhr zu Ende ging. Alle kamen wohlbehalten zurück, auch wegen der Fahrkünste des Busfahrers, der manch schwierige Situation zu meistern hatte.

>>>Angela Wienzl/Fotos: Anton Ebner

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