In seinem Kulturstadel „Krauthobel“ diskutierten bunt gemischte Podiumsgäste aus Politik, Gesellschaft, Kirche, Landwirtschaft und Verbänden offen und engagiert über Perspektiven und Lösungen für unser zukünftiges Zusammenleben. Musikalisch umrahmt wurden die Diskussionsrunden von „Jazz and more“.
Arbeit muss sich lohnen – für ALLE!
Wie wollen wir künftig zusammenleben: Als konkretes Ziel brauchen wir ein neues gesellschaftliches Verständnis von Gemeinwohl: Eine Gesellschaft, in der nicht nur der wirtschaftliche Erfolg zählt, sondern das gute Leben aller. Arbeit muss sich für ALLE lohnen – für den Unternehmer und für den Arbeiter. Es braucht eine echte Lastenteilung – eine Frage der Gerechtigkeit und des Miteinanders. Über dieses herausfordernde Thema diskutierten: Christoph Amsl, Unternehmer aus Hauzenberg und die KAB Diözesanvorsitzende Angelika Görmiller.
Verlorenes Vertrauen.
Damit müssen sich Kirche und Politik auseinandersetzen. Und mit diesem Thema mussten sich der Abgeordnete des Bayrischen Landtags Martin Behringer von den Freien Wählern und Dr. Michael Bär, Domkapitular der Diözese Passau im Gespräch mit Helmut Degenhart auseinandersetzen. Es ging lebhaft zu, denn nicht nur auf dem Podium wurde diskutiert, sondern auch die Besucher beteiligten sich an dem Gespräch mit ihren Fragen und Vorschlägen. Viele Menschen treten aus den Kirchen aus, viele kehren den etablierten Parteien den Rücken und wenden sich radikalen Parteien oder Gruppierungen zu. Die Ursachen warum das so ist sind vielfältig und liegen an Versäumnissen dieser Institutionen. Bei der Frage was zu tun ist um das verlorene Vertrauen wieder zu erlangen waren sich Besucher und Podiumsteilnehmer einig, dass es Vertrauen und Ehrlichkeit, sowie eine notwendige Entbürokratisierung staatlicher und kirchlicher Verwaltungen braucht. Nah am Menschen zu sein, im Geiste des Evangeliums, so fasste Helmut Degenhart zum Schluss den heiss diskutierten Abend zusammen.
Kostbar oder kostenintensiv
Ältere Menschen sind in vielerlei Hinsicht für unsere Gesellschaft enorm wertvoll. Oder sind sie lediglich „Kostenverursacher, die unserer Gesellschaft viel Geld kosten, das wir nötig woanders besser verwenden könnten. Über dieses kontroverse Thema informierten, diskutierten und gingen den gegenteiligen Meinungen auf den Grund: Gerlinde Kaupa, Seniorenbeauftragte Pocking und Stefan Seiderer, Bischöflich Beauftragter der Caritas im Bistum Passau. „Ältere Menschen sind enorm wertvoll“, betonte Stefan Seiderer, bei der Gesprächsrunde. Ob im Ehrenamt oder als tragende Stützen in Kirche und Gesellschaft – Senior*innen leisten einen unschätzbaren Beitrag. Gerlinde Kaupa, machte sich für neue Wohnformen die Senioren-WGs stark. Die älteren Menschen seien viel mehr als „Kostenverurscher“. Sie berichtete von ihrem vielfältigen Engagement in Pocking und Umgebung. Und gab auch zu Bedenken, wie schwierig zum Teil die Finanzierung von Projekten sei.
Bewahren oder bebauen
Die intensive und konventionelle Landbewirtschaftung sichert nicht nur die Versorgung mit Lebensmitteln, sondern trägt auch zur Pflege unserer Landschaft und zur Klimaregulierung bei. Gleichzeitig wachsen die gesellschaftlichen Erwartungen an eine umweltverträgliche, nachhaltige und klimaschonende Landwirtschaft. Für Verena Holzbauer, von der Stabstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung des Bistums Passau, ist die Enzyklika „Laudato si" von Papst Franzikus die moralische Richtschnur – alles hängt mit allem zusammen. „Ich bin ökologisch jeden Tag – ich bebaue meine Felder und für die bin ich auch verantwortlich“, so der Landwirt, Karl-Heinz Gruber, aus Pocking. Auch in der Landwirtschaft ist ein stetiges Wachsen und Werden, die im Einklang mit seinen vier Chefs Natur – Gesetzgeber – Bankkonto und Familie zu bringen sind. Noch lange wurde zusammen mit den Besuchern über das Thema intensiv diskutiert.
>>>Monika Wagmann/Helmut Degenhart, Fotos: Monika Wagmann/Helmut Degenhart