Der ehemalige leitende Oberarzt der chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Rotthalmünster, hat sich neben seiner aktiven Zeit in der Klinik für verschiedenste Hilfsorganisationen weltweit engagiert. In diesem Vortrag, ging der gläubige Christ, auf seinen Einsatz in Äthiopien für die Hilfsorganisation Humedica ein.
Humedica, eine internationale humanitäre Hilfsorganisation mit Sitz in Deutschland, hat sich auf die medizinische Versorgung und Nothilfe in Krisengebieten und Entwicklungsländern spezialisiert. 1992 gegründet, engagiert sich die Organisation insbesondere in Bereichen wie medizinische Notversorgung, Katastrophenhilfe, Gesundheitsförderung und die Unterstützung von Flüchtlingen.
Oft arbeitet sie mit lokalen Partnern und anderen Organisationen zusammen, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln und die Lebensbedingungen der betroffenen Menschen zu verbessern. Die Organisation ist bekannt für ihre schnelle Reaktion auf humanitäre Krisen und ihre Projekte in verschiedenen Ländern, darunter auch Äthiopien, wo sie medizinische Hilfe und Unterstützung für bedürftige Gemeinschaften bereitstellt.
2024 also war Dr. Matthias Haun 3 Wochen für die Hilfsorganisation mit anderen freiwilligen Ärztinnen und Ärzten sowie KrankenpflegerInnen aus verschiedenen Ländern im Einsatz.
Er berichtete von der Reise, die in Frankfurt seinen Anfang nahm. Von dort flogen die Helferinnen und Helfer 7 Stunden in die Hauptstadt Äthiopiens nach Addis Abeba um von dort weiter in die Omo-Region zu fliegen. Durch den Bau des gigantischen Staudammes Gibe III, der die Bewässerung riesiger kommerzieller Plantagen ermöglicht, mussten für deren Errichtung die indigenen Völker der Region von ihrem Land vertrieben werden. Diese umgesiedelten Personen, ursprünglich von Landwirtschaft am Fluss Omo lebend, müssen nun unter erschwerten Bedingungen zurechtkommen. Durch die Errichtung des Staudammes hat sich ihre Lebensgrundlage radikal verändert. Auch Land Grabbing, unrechtmäßige Aneigung von Land durch Investoren, führt zu einem maßgeblichen Konfliktfeld in Äthiopien. Diese von landwirtschaftlichen Großkonzernen betriebenen Ackerflächen sind für die landwirtschaftlich geprägten Nomadenvölker nicht mehr nutzbar. Um Lebensmittel kaufen zu können, ist häufig die einzige Möglichkeit als Tagelöhner genau auf diesen Ackerflächen zu arbeiten. Dr. Matthias Haun hat anhand eindrücklichen Bildmaterials zeigen können, welch harten und schwierigen Lebensbedingungen die Menschen in Äthiopien ausgesetzt sind. Für eine Wegstrecke von 50 Kilometer, brauche man schon mal gut und gerne mehr als 2 Stunden. Tiere auf den Straßen blockieren und verlangsamen den Verkehr. Bilder von Lehmhütten, die keinem Regen standhalten können, sowie der Umgang mit der knappen Ressource Wasser bleiben den Besuchern im Gedächtnis.
3 Wochen lang war das medizinische Versorgungsteam in einem Zelt mitten in Äthiopien zuhause. Mit einfachsten Mitteln wurde von einer einheimischen Unterstützerin köstliches Essen zubereitet, welches die Freiwilligen sehr zu schätzen wussten.
Das Ärzte- und Pflegeteam hat täglich mindestens 210 Menschen mit gesundheitlichen Problemen behandelt. Um sich mit den Patientinnen und Patienten verständigen zu können, waren Dolmetscher notwendig. Dabei kam es das ein oder andere Mal zu Missverständnissen. Es wurden hauptsächlich Magen-Darm-Erkrankungen, Hautausschläge, sowie Malaria-Infektionen behandelt. Für die Behandlung mit Medikamenten, bedurfte es besonderer Zuwendung. Meistens handelte es sich um Analphabeten, denen die empfohlene Einnahme anhand der Gestirne beschrieben werden musste.
Sein reichgefüllter Erfahrungsbericht war sehr ausführlich und seine sympathische und natürliche Art und Weise von den Gegebenheiten zu erzählen, hat den Zuhörerinnen und Zuhörern Respekt abgerungen.
Mit nur 5 Euro kann eine Person für 1 Jahr krankenversichert werden. Wer Humedica unterstützen möchte, kann das unter dem folgenden Spendenkonto mit Verwendungzweck, Äthiopienhilfe, tun.
Sparkasse Allgäu
BIC (SWIFT-Code): BYLADEM1ALG
IBAN: DE86 7335 0000 0000 0047 47
Auch an diesem Abend kamen mehr als 400 € an Spenden zusammen.
>>>Nicole Polleichtner
>>>Foto: privat/KAB Freyung/Grafenau