„Ist die Demokratie noch zu retten“ Wenn ja, wie?“ Dieser Frage stellte sich der frühere SPD-Politiker Franz Maget, in seinem Vortrag gleich zu Beginn der Veranstaltung in Spectrum Kirche. Maget, seit vielen Jahren KAB-Mitglied, listete die vielen derzeitigen Bedrohungen der westlichen Wertegemeinschaft auf, zum Beispiel mit Blick in die USA. Viele Menschen spüren Angst und eine Ungewissheit vor der Zukunft. Das von ihm zitierte Zitat von Antonio Gramsci: “Die alte Welt liegt im Sterben und die neue Welt kämpft darum, zum Leben zu erwachen: momentan ist die Zeit der Monster” bringt die derzeit gefühlte Realität auf den Punkt. Social Media und Boulevardpresse tun ihr Übriges dazu, verbreiten negative Stimmung und verhindern, dass lösungsorientierte Gespräche geführt werden. Auch die politische Zersplitterung, wir haben derzeit 6 Parteien, schreitet voran und erschwert die Stabilität, die die Demokratie braucht. „Wir brauchen wieder mehr Leute, die mitmachen – mehr Gemeinwohlorientierung“, so Maget überzeugt. „Denn keiner will mehr was machen, aber dadurch verliert die Demokratie an Substanz“. Er weist auch auf Art. 117 der Bay. Verfassung hin, hier sind die Grundrechte und Grundplichten eines Bürgers geregelt. „Man kann nicht in einer Demokratie leben und nur die anderen arbeiten dafür. Demokratie ist Beteiligung – Demokratie funktioniert durch das Mitmachen“, so der Sozialdemokrat weiter. Er weist auch mahnend auf die eklatanten Gegensätze von Arm und Reich hin – das verträgt die Demokratie auf Dauer nicht. Für ihn ist Europa die große Chance für die Demokratie und nicht das bürokratische Monster. Wir brauchen Europa um wieder Einigung und Gemeinschaft mehr in den Fokus zu nehmen damit wir auch weiter eine der größten Wirtschaftsmachten zu bleiben.
Da solidarische Miteinander ist die Kernbotschaft auch im Blick auf die katholische Soziallehre und zu 10 Jahre Sozialenzyklika Laudato Si von Papst Franziskus. „Das beste Argument für Demokratie ist Teilhabe - wir können mitmachen/mittun. Wir züchten ja gerade den Egoismus des Einzelnen. Wir müssen eine solidarische Gemeinschaft und Gesellschaft leben“, gab er den Zuhörenden mit auf den Weg. Und „Zuversicht“, um diese in Anspielung an das Zitat Gramsci "Zeit der Monster" zu überstehen.
Im Anschluss folgte ein lebhafter Austausch und eine Diskussion mit vielen Wortbeiträgen aus den Teilnehmenden. KAB Diözesanpräses Johannes B. Trum dankte Maget für seinen Vortrag: „Man hat gespürt, Sie sind ein Magnet mit Herzblut, der für die Demokratie, unsere Lebensform, eintritt“.
Nach dem Abendessen sprach der Diözesanpräses das Geistliche Wort. Es folgten die Berichte aus 2024 aus der CAH (Christliche Arbeiterhilfe) durch den stv. Vorsitzenden Franz Schollerer und Geschäftsführerin Nicole Polleichtner und aus dem KAB Bildungswerk durch Vorsitzende Angelika Görmiller, stv. Vorsitzender Johannes B. Trum und Geschäftsführerin Monika Wagmann. Dabei konnte Monika Wagmann eine besondere Überraschung verkünden, das KAB Bildungswerk wird nächstes Jahr 65 Jahre alt. Dieses Jubiläum soll natürlich gefeiert werden, einige Ideen dazu gibt es schon und sie bat die Anwesenden, ihre Wünsche aufzuschreiben.
Der Bericht aus dem Diözesanverband erfolgte von Diözesanvorsitzender Angelika Görmiller, stv. Vorsitzender Anton Ebner, KAB Diözesanpräses Trum und Diözesansekretär Jürgen Weikl. Der Rechenschaftsbericht 2024 wurde kurz besprochen und in gedruckter Form allen bereits im Vorfeld zugestellt - HIER ist er einzusehen. Ausgiebig wurde auf die geplanten und notwendig gewordenen Satzungsänderungen eingegangen und diskutiert. Auch die Satzung des KAB Bildungswerkes muss in diesem Zusammenhang mit angepasst werden.
Görmiller und Trum gratulierten der Diözesanehrenvorsitzenden und früheren Diözesanvorsitzenden Olga Pichler mit einem Blumenstrauß herzlichst zu ihrem 90. Geburtstag.
Zum Abschluß gab es ein großes „Vergelts Gott“ an die Haupt- und Ehrenamtlichen für ihre geleistete Arbeit, ihre Kraft, ihre Zeit und ihren Einsatz.
>>>Text und Fotos Monika Wagmann