Wo der Glaube sprudelt – Auf den Spuren der Quellenheiligtümer

Studien- und Kulturfahrt mit KAB Kreispräses Ludwig Samereier führte zu besonderen Kraftorten

Die Faszination heiliger Quellen, jahrhundertealter Wallfahrtsstätten und eindrucksvoller Glaubenszeugnisse stand im Mittelpunkt einer abwechslungsreichen Studien- und Kulturfahrt mit Pfarrer Sommer. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begaben sich zusammen mit KAB Kreispräses Pfarrer Ludwig Samereier und der KAB Diözesansekretärin Monika Wagmann auf eine spannende Reise zu den Quellenheiligtümern im niederbayerisch-oberösterreichischen Grenzraum und erlebten einen Tag voller Geschichte, Spiritualität und beeindruckender Natur.

Den Auftakt bildete Taubenbach, eine der ältesten Urseelsorgestellen der bayerischen Heimat. Im Albanikirchlein erläuterte Pfarrer Sommer die bewegte Geschichte des Gotteshauses und des kunstvollen Albani-Altars mit den Darstellungen des heiligen Alban, des heiligen Wolfgang und des heiligen Leonhard. Besonders spannend war die Legende um den heiligen Alban, den „Mann ohne Kopf“. Ein aus Ton gefertigter Schädel, der als Haupt des Heiligen verehrt wird, sorgte ebenso für Staunen wie der 73 Meter tiefe Albanibrunnen, dessen Quelle mitten in einer Wiese entspringt.

Auf der Weiterfahrt fiel der Blick auf eine echte Kuriosität: den einzigen Bahnhof Deutschlands, an dem niemals ein Zug gefahren ist. Ziel war anschließend Wittibreut, wo Pfarrer Sammereier vor einigen Jahren als Seelsorger wirkte. Mit viel Engagement ließ er die Kapelle am Gnadenbrunnen, einst mit Gerümpel zugestellt, wieder in neuem Glanz erstrahlen. Einst pilgerten unzählige Gläubige zur „Lieben Frau vom Gnadenbrunn“, einer bedeutenden Urstätte der Christianisierung. Dass Napoleons Truppen im Jahr 1809 die wertvollen Votivtafeln mitnahmen, gehört zu den bewegenden Kapiteln ihrer Geschichte.

Weiter führte die Fahrt zur Wallfahrtsstätte Heiligenbrunn im Neuburger Wald, einem ganz besonderen Kraftort. Inmitten einer idyllischen Waldlichtung sprudelt dort seit Jahrhunderten das sogenannte Bründlwasser. Die Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, das frische Quellwasser zu kosten. Seit Generationen wird ihm heilende Wirkung, unter anderem bei Kniebeschwerden, nachgesagt. Viele füllten sich das Wasser in Flaschen ab, um ein Stück dieses besonderen Ortes mit nach Hause zu nehmen.

Ein weiterer Höhepunkt war Maria Brunnenthal mit seiner über 400-jährigen Geschichte. Die Bründlkapelle verbindet auf einzigartige Weise die Verehrung der Gottesmutter mit einem Quellenheiligtum. Pfarrer Samereier berichtete, dass einst sogar die Passauer Bischöfe hier im Quellwasser badeten. Beim gemeinsamen Mittagessen im traditionsreichen Gasthaus Stelzenwirt – dem ehemaligen Badehaus der Bischöfe – wurden Geschichte und Gegenwart dieses besonderen Wallfahrtsortes lebendig. Nach der Abtrennung des Innviertels vom Bistum Passau im Jahr 1779 verfiel die Anlage zunächst in Armut und wurde geplündert, ehe sie im folgenden Jahrhundert wieder zu neuer Blüte fand.

In Wernstein erwartete die Gruppe eine außergewöhnliche Kirche. „Ich mag es, wenn es in der Kirche sprudelt“, schmunzelte Pfarrer Samereier. Tatsächlich wurde beim Bau eine Quelle in das Gotteshaus integriert. Das Wasser plätschert bis heute ununterbrochen, nur leider nicht am Tages des Besuches. Besonders beeindruckend: Altar, Tabernakel und Taufstein bestehen aus demselben Gestein, wobei der Taufstein zugleich Quellstein ist. Rund um den Altar versammelten sich die Teilnehmer zu einer kurzen Andacht und sangen gemeinsam das Lied „Du bist meine Quelle“ aus dem Gotteslob – eine eindrucksvolle Erinnerung an die eigene Taufe und an das lebendige Wasser des Glaubens.

Nicht weniger beeindruckend war die Kapelle „Heilige Kammerl“ in Wagenham bei Mattighofen. Unter dem Altar fließt das Quellwasser hindurch, während unter dem Vorplatz das sogenannte Frauenbründl entspringt. Einer alten Überlieferung zufolge soll das Wasser besonders bei Augenleiden helfen. Noch heute kommen viele Menschen, wie gerade zu sehen war, mit Kanistern, um das Wasser mitzunehmen.

Den gelungenen Abschluss fand die Studienfahrt bei einer gemütlichen Einkehr im Gasthaus Preiser/Schmidham bei Pischelsdorf. Bei guten Gesprächen ließen die Teilnehmenden die zahlreichen Eindrücke Revue passieren.

Am Ende waren sich alle einig: Die Reise bot nicht nur faszinierende Einblicke in Geschichte, Kultur und Glaube, sondern machte auch deutlich, welche besondere Bedeutung Quellen seit Jahrhunderten als Orte des Glaubens, der Hoffnung und des Lebens besitzen. „Es war ein erlebnisreicher, interessanter und bereichernder Tag“, lautete das Fazit vieler Teilnehmer. Künftig, so waren sich viele sicher, werde man das kostbare Gut Wasser – und besonders die heiligen Quellen – mit noch größerer Wertschätzung betrachten. Ein großes DANKE an Pfarrer Samereier für die wunderbare Auslese dieser Besonderheiten. 

>>>Text und Fotos Monika Wagmann

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